Vorsicht bei Rezepten in WhatsApp

24.05.2018

Mit der Verschärfung der Datenschutzbestimmungen in der Europäischen Union müssen Apotheker einige liebgewonnene Gewohnheiten über Bord werfen. So sollte spätestens ab dem Inkrafttreten der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) am 25. Mai die Übertragung von Rezepten mit dem Kurznachrichtendienst WhatsApp ohne besondere Einstellungen tabu sein.

Hintergrund ist der datenschutzrechtlich problematische Zugriff der App auf Adressbücher in Handys. Denn die betroffenen Personen, die in Adressbüchern gespeichert sind, haben in aller Regel keine Einverständniserklärung für die Nutzung ihrer personenbezogenen Daten abgegeben. Schon seit 2017 können deshalb Abmahnungen ausgesprochen werden. Die DSGVO sieht nun bei Verstößen empfindliche Strafen vor.

Dennoch müssen Apotheker nicht auf moderne Technik verzichten. Der Zugriff von WhatsApp auf Kontaktdaten kann nämlich blockiert werden. Nutzer von iPhones können in den Einstellungen ihres Geräts Adressdaten vor WhatsApp schützen. Bei Android-Geräten braucht es eine zusätzliche App. Einfacher und vor allem auch sicherer ist dagegen die Verwendung eines anderen Kurznachrichtendienstes. Hier empfiehlt sich beispielsweise Threema, eine App, die Datenschutzregeln respektiert. Weitere Alternativen sind die altbekannten SMS-Nachrichten oder E-Mails.