Im Wüstendorf der Cyber-Krieger

03.11.2017

Focus - Am Rand von Beer Sheva entsteht Israels Schaltzentrale gegen Hacker-Angriffe, ein hochmoderner Technologiepark. Das Besondere: Neben Programmierern, Wissenschaftlern und Start-up-Söldnern sollen hier bald bis zu 20 000 IT-Soldaten arbeiten. Ein FOCUS-Report.

Vor einigen Jahren zogen in der Gegend, in der Omer Shvartz, 31, heute an der digitalen Zukunft arbeitet, noch Kamele vorbei. Gleich hinter der Stadt Beer Sheva, die damals knapp 200.000 Einwohner zählte, begann die Wüste Negev: das braungelbe, trockene und staubige Nichts, besiedelt von ein paar Beduinen und wenigen Israelis, die ein Leben weitab des Zentrums wagten.

Jetzt stehen hier große Gebäudekomplexe mit Glasfassaden. Shvartz, Doktorand der hiesigen Ben-Gurion-Universität, sitzt im dritten Stock eines Bürohauses und will zeigen, welche Gefahren in der Hardware digitaler Produkte lauern. Dazu hat er das Display eines alten Smartphones mit einem Glas ersetzt - und simuliert einen Hacker-Angriff.

Nach ein paar Sekunden beginnt das Telefon selbstständig, eine App herunterzuladen und Fotos zu knipsen. So könnten Firmen oder Politiker ausspioniert werden - und das alles, weil jemand fahrlässig sein zerbrochenes Display bei irgendeinem Händler günstig austauschen ließ. "Wir müssen vorsichtiger sein, wo wir unsere Hardware kaufen", sagt Shvartz. Deshalb liege für ihn "die Zukunft definitiv hier".

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