Deutschland im Visier

14.05.2018

ARD - Deutschland im Visier - Verfassungsschutzpräsident Maaßen hat im ARD-Interview vor Attacken auf die Infrastruktur gewarnt. Er forderte erneut, dass Gegenschläge ermöglicht werden.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt vor hybriden Bedrohungen wie beispielsweise Cyberangriffen auf die kritische Infrastruktur. Deutschland sei im Fokus von ausländischen Nachrichtendiensten, "mit dem Ziel, bei uns sabotagevorbereitende Maßnahmen durchzuführen", so Hans Georg Maaßen, der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz im rbb Inforadio: "Das heißt, Malware zu implementieren in kritischen Infrastrukturen, um vielleicht für den Zeitpunkt X, wenn es zu einer politischen Auseinandersetzung kommen sollte, diese scharf zu schalten".

Maaßen erinnerte an den Cyberangriff auf ein ukrainisches Kraftwerk im Dezember 2015. Zeitgleich habe es einen Angriff auf deutsche Einrichtungen gegeben: "Der gleiche Angreifer mit der gleichen Schadware hat auch versucht, deutsche Infrastruktur anzugreifen." Seinerzeit hatten die deutschen Sicherheitsbehörden Russland dafür verantwortlich gemacht.

Den Trägern der kritischen Infrastrukturen seien diese Gefahren bekannt, so Maaßen, und sie seien auch darauf eingestellt. Allerdings biete Deutschland eine besonders große Angriffsfläche, da fast alles miteinander vernetzt sei und dem Angreifer eine einzige Schwachstelle reiche. Denkbar sei beispielsweise ein Angriff auf den Zentralrechner eines Aufzugbetreibers, um die Aufzüge in einer deutschen Großstadt still stehen zu lassen.

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