Cyber-Security-Experten dringend gesucht

15.02.2018

Tagesspiegel - Spitzenpolitiker verstehen zu wenig von dieser Materie. Die potenziellen Gegner sind gut organisiert. Sie könnten Infrastruktur und Streitkräfte zerstören. Die Nato braucht neue Fähigkeiten.

Unsere Abhängigkeit von der Informationstechnologie hat unser Leben verändert. Wie mein früherer Chef Toomas Hendrik Ilves, damals Präsident Estlands, kürzlich sagte: "Bei allen ihren Vorteilen hat die digitale Ära die Sicherheitslandschaft freiheitlicher Demokratien grundsätzlich verändert. Es besteht die Gefahr der Zerstörung nationaler Infrastrukturen und Streitkräfte, die vor einem Vierteljahrhundert noch unvorstellbar war." Betroffen sind unter anderem Energieversorgung, Telekommunikation, Gesundheits-, Bildungs-, Transportwesen, Verkehrssteuerung und Versorgungswirtschaft. Heftige oder flächendeckende Schäden in einem dieser Bereiche können im digitalen Zeitalter verheerende Folgen für unsere Demokratien, unsere Bevölkerung und unsere Wirtschaft nach sich ziehen.

Der Cyberspace ist nicht mehr nur Spielplatz für Kleinkriminelle; er hat sich zum eigenen Kriegsschauplatz entwickelt. Cyberangriffe sind inzwischen ein wesentlicher Teil internationaler Konflikte, und sie werden es auch bleiben. In den Schlachten der Zukunft werden neben Soldaten und Raketen auch Hacker eingesetzt werden, die Computersysteme manipulieren. Wir haben es mit Gegnern wie Cyberverbrechenssyndikaten und politisch motivierten nichtstaatlichen Organisationen zu tun sowie mit raffinierten staatlichen Akteuren, die über offensive Cyberfähigkeiten verfügen und die - aufgrund ihres undemokratischen Wesens - Entscheidungen deutlich schneller fällen können als wir. Wir haben es mit Widersachern zu tun, die extrem gut organisiert sind, schnell planen, handeln und sich anpassen können. Die sich nicht leicht einschüchtern lassen und bereit sind, modernste Technologie einzusetzen.

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